Geschichtliches und Fakten

Als Friesland vor 400 Jahren von den spanischen Erobern besetzt wurde, waren die Bauern verpflichtet Armeehengste für ihre Stuten zu verwenden. So entstand durch die überwiegende Einkreuzung von Berberhengsten,  der Friese. Als der Friese in den letzten 150 Jahren zunehmend an Bedeutung für den landwirtschaftlichen Gebrauch verlor, veränderte sich nicht nur das Exterieur hin zum barocken, schweren Typen, sondern es änderte sich auch die Herz- und Lungenleistung .

So kam es dass erfahrene Züchter sich zusammen setzten um den Friesen seinem Ursprung vor 400 Jahren wieder näher zu bringen. Sie suchten das ideale Wüstenaraberblut. Es war nicht einfach einen geeigneten Hengst zu finden welcher ebenso tiefschwarz und ohne Abzeichen war und nicht nur auf Schönheit gezüchtet wurde sondern grossrahmig und leistungsbereit.

Wer sucht der findet. Gefunden wurde der Hengst Garib  (welcher in der Wüste geboren und aufgewachsen ist) im Landesgestüt Marbach.

Mit ihm erhofften sich die Züchter die kritischen Eigenschaften der Friesen wie Ausdauer, Lungen- und Herzleistung zu verbessern. Zu einem perfekten Hengst gehören auch perfekte Stuten. So wurde die Mutter des legendären Stammbuchhengstes Hearke, die Modell Stute Gelbrich sowie Diana V. Rustica eine Ster Stute ausgesucht.

Die ersten Fohlen welche noch 50% Araberblut sowie 50% Friesenblut hatten waren nicht alle einfach zu handhaben. Irgendwie passte nichts wirklich zusammen und so begannen die Gebrüder Driessen welche große Erfahrungen in der Friesenzucht haben systematisch mit der Zucht.

Die daraus gezogenen Fohlen hatten noch einen Araberanteil von ca. 25%. Die Pferde zeigten aber bereits eine enorme Leistungsstärke jedoch immer noch mit der Coolness der Friesenpferde ausgerüstet. Sie können ohne weiteres im Fahrsport mit den sportlichen Warmblütern mithalten. Aber nicht nur im Fahrsport sondern auch im Dressurviereck trifft man die Arabo-Friesen immer mehr an wo sie ebenfalls wie im Fahrsport immer in den vorderen Rängen platziert sind.

Der Arabo Friese sieht dem heutigen modernen Friesen zum verwechseln ähnlich. Sie sind tiefschwarz und können einen ebenso starken Behang haben wie es beim Friesen üblich ist. Der Hals ist lange und gebogen und er ist ausgerüstet mit den friesentypischen Gängen.

Sein Charakter ist sehr angenehm, lieb und ehrlich. Sie lernen schnell und gern sind jedoch ruhig und kontrollierbar.

Dass es viel Arbeit war aus Arabern und Friesen das Beste heraus zu züchten ist keine Frage. 30 Jahre hat es gedauert bis der heutige Arabo-Friese so ist wie er bei Elisabeth Frey auf der Koppel steht. Von anfänglich ca. 20% Araberblut wurde nach und nach zurückgegangen auf 5- 10 %. Je nach Mutterlinie reicht dies völlig aus um ein tolles, leistungsbereites und doch noch barockes Sportpferd zu haben welches klar im Kopf ist.  Heute stehen Friesenbesitzern acht international gekörte Deckhengste zur Verfügung. Fohlen welche durch Exterieur, Gänge und Qualität hervor stechen erhalten vom EAFV das vorläufige „Sport Certificat“ verliehen. Das definitive Sportcertificat erhält jeder Arabofriese wenn er sich im Nachhinein im Sport beweisen kann. Die Körung der Arabofriesen ist sehr streng. Für Junghengste wird eine Decklimite erhoben. Erst wenn sie eine überragende Leistungsfähigkeit auf höchstem Niveau erbringen können wird diese Decklimite aufgehoben.

Im Jahre 2000 wurde der Arabo-Friesen-Sportpferdeverband gegründet. 2004 wurde dieser in den Europäischen Arabo-Friesen-Verband (EAFV) umgewandelt. Seit November 2006 ist der Arabo-Friese eine anerkannte Rasse.